Der Mensch - Meine Wurzeln

 
Vita
Hier bin ich zu Hause   Saudade und Fado


Geboren am 5. März 1963 an der Costa Verde in Braga / Portugal, prägten Sonne, Sand und Meer sowie meine 9 Ge- schwister die Bilder meiner Kindheit. Das Ende der am längsten dauernden Diktatur Europas erlebte ich 1974 (Nelkenrevolution) als Elfjähriger. Unberührt von den politischen Ereignissen überlebte das eiserne Regime meiner Mutter, in dem wir alle lernten, uns einzubringen: Hunderte von Tieren, ein riesiger Bauerngarten sowie die eigene Großfamilie forderten unsere ganze Aufmerk-samkeit jeden Tag aufs Neue. Ihr verdanke ich mein leidenschaftliches Temperament und meine unbändige Kraft wie auch die Liebe zur portugiesischen ländlichen Küche bis heute.

Wie viele seiner Generation lebte auch mein Vater als Arbeitsemigrant über 20 Jahre im Ausland und nahm mich 1978, als Fünfzehnjährigen, erstmalig nach Deutschland an die Bergstraße mit. Vererbt hat er mir sein außerordent-liches handwerkliches Geschick und in gemeinsamen 7 Jahren lernte ich von ihm alles über das Baugewerbe, in dem ich selbst dann 19 Jahre tätig war. Bis heute ist es mein Hobby geblieben und Deutschland längst zu meiner Heimat geworden.

Einmal im Jahr tauche ich in das noch immer ruhige, beschauliche Dorfleben im Minho bei meinen Eltern ein und staune jedes Mal aufs Neue, in welcher atemberaubenden Geschwindigkeit der Rest des Landes in die Moderne des 21. Jahrhunderts katapultiert wird. 1986 wird Portugal Vollmitglied der EG und entwickelt sich seit dem immer mehr zu einer Dienstleistungsgesellschaft, in der insbe-sondere der Tourismus eine wesentliche Rolle spielt. 1994 richtete Lissabon die Europäische Kulturhauptstadt aus und eröffnete 1998 die Expo 98. Mit dem Thema „Die Ozeane, Erbe für die Zukunft“ besann sich meine alte Seefahrernation auf das nasse Element, das uns einst beträchtlichen Ruhm garantierte.
Auch Porto war 2001 gemeinsam mit Rotterdam schon Europäische Kulturhauptstadt. Am 1. Januar 2002 führte Portugal gemeinsam mit elf anderen Staaten den Euro als Zahlungsmittel ein.

Und kein Wirtschafts-, sondern ein Spielbericht brachte 1987 den notwendigen Auftrieb und förderte das Selbstbe-wusstsein meines Landes, um sich trotz eines vielfach geringeren Etats und nur ca. 10 Millionen Portugiesen in die Weltspitze des Fußballs zu spielen: Der FC Porto wurde gegen Bayern München erstmalig Europameister.
Fußball ist der bekannteste, beliebteste sowie der am meisten ausgeübte Sport Portugals und hat Weltklasse-spieler wie Eusébio, Manuel Rui Costa oder Luis Figo hervorgebracht. 2004 war Portugal Gastgeber der Fußball Europameisterschaft, wurde Vize-Europameister und spielte sich bei der Weltmeisterschaft 2006 erneut unter die besten vier Teams der Welt.

Wohl denn, mein kleines Land, hier stehe ich und blicke gegen Süden, die Hand zum Gruß erhoben: forca Portugal!